LRS- Förderung in der Sekundarstufe 1- aus geballter Kompetenz ein tragfähiges Boot bauen

05./06.05.2018 (Samstag 10.00- 17.30, Sonntag 9.30- 17.00 Uhr; 16 Ustd.)

Margit Widmann

Übersicht

Die Aufgabe der individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche wird auf weiterführenden Schulen zunehmend zu einem Spagat zwischen dem individuellen Kompetenzstand und den Mindestanforderungen der Schule:

Was kann ich wie diesen Kindern eröffnen, um ihnen selbstbedeutsamen Lernzuwachs zu ermöglichen und gleichzeitig den ihnen angemessenen Bildungsweg zu „bahnen“?

Trotz Nachteilsausgleichs, der Kindern/ Jugendlichen mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche auch an weiterführenden Schulen zusteht, ergeben sich durch die erweiterten Leistungsanforderungen komplexe Schwierigkeiten:

-In Deutsch und anderen schriftsprachlichen Fächern steigt der Anspruch an stilistische Kompetenzen in Form von bestimmten Kriterien bei der Verfassung verschiedener Textsorten (Inhaltsangabe, Sachtexte, Berichte, Erörterung, Interpretation, Lyrik…). Da Kinder und Jugendliche, die nur erschwert lesen können, oft das Lesen von Büchern vermeiden, fehlen ihnen oft diese „Schriftsprach- Modelle“.

-Der Leseaufwand steigt fächerübergreifend.

-Auch zeigen sich bei einigen Jugendlichen deutliche Auswirkungen der LRS im Fremdsprachbereich, z.B. beim Lernen und korrektem Schreiben von Vokabeln, aber auch beim freien Schreiben bezüglich des Satzbaus.

-Insbesondere für Jugendliche mit Leseschwierigkeiten stellt das Lesen und Verstehen eines fremdsprachlichen Textes oft eine riesige Herausforderung dar: Hier braucht es völlig andere Strategien, als die, die sie zur Kompensation in deutschsprachigen Texten einsetzen.

Wie kann also nicht „nur“ individueller Lernzuwachs, sondern auch angemessener und nötiger Leistungszuwachs bzw. eine Leistungskonstanz für einen adäquaten Bildungsabschluss sichergestellt werden?

Themen und Fragestellungen im Einzelnen

- Lese- und Rechtschreibförderung für Jugendliche: konkrete Gestaltungsmöglichkeiten auf einem altersadäquaten Niveau

-Kooperation mit Lehrkräften

-Über die Rechtschreibung hinaus: Zeichensetzung (Kommasetzung), Grammatik, Satzbau/ Satzglieder, Aktiv und Passiv und die Zeiten

-Fachbegriffe "merk-würdig" machen: Präsens, Perfekt, Prädikat, Präteritum...???

-Die basale Grammatik der deutschen Sprache als Grundlage eines Verständnisses der Architektur von Fremdsprachen

-Die Wahl der 2. Fremdsprache- Kriterien zur Entscheidungshilfe 

-...

Lernmethoden

Das Seminar wechselt zwischen Inputphasen, gemeinsamer Reflexion und kleinen Übungen.

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Lerntherapeuten, die Kinder und Jugendliche mit einer LRS in der Sekundarstufe 1 begleiten. Im Sinne eines aktiven Arbeitsprozesses begrenzen wir die Gruppengröße auf 14, wir vergeben die Plätze in der Reihenfolge der Anmeldungen.

Teilnahmegebühr: € 256,-