Diagnostik der Lese- Rechtschreibschwäche im Sinne der Durchforschung als Kompetenzgrundlagen für den lerntherapeutischen Prozess

09./10. März 2019 (Samstag 10.00 - 17.30 Uhr, Sonntag 9.30 - 17.00 Uhr)

Margit Widmann

 

Übersicht

Diagnostik bedeutet in seinem griechischen Wortursprung „Durchforschung“ im Sinne von „Entscheidung durch Erkenntnis“ und genau in diesem Sinne widmet sich dieses praxisnahe Seminar diesem Thema.

In der lerntherapeutischen Praxis kommen viele Kinder zu uns, die bereits eine Fremddiagnostik, z.B. die eines Kinder- und Jugendpsychiaters „mitbringen“. Wie können wir diese „Fremddaten“ im Sinne ressourcevoller statt „defizitbenennender“ Informationen nutzen?

Dazu werden im Seminar gängige standardisierte Testverfahren vorgestellt und deren Ergebnisse mithilfe verschiedener Fragestellungen „übersetzt“. Dabei leitet uns die übergeordnete Frage: „Was bringen Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen bereits an fachlichen Kompetenzen mit, die es im weiteren lerntherapeutischen Prozess auszudehnen gilt?

Lernen bedeutet allerdings mehr, als sich nur fachlichen Inhalten zu widmen. Eine maßgebliche Rolle bei jedem Lernprozess spielt die Motivation. In ihrem lateinischen Wortursprung „movere“ bedeutet Motivation „Bewegung, Antrieb“. Wie können wir Einblick gewinnen, was Kinder und Jugendliche in ihrem Lernprozess „bewegt“ und unsere Prozessgestaltung so ausrichten, dass sie ihr Dazulernen im Sinne einer persönlichen Bereicherung (wieder) „antreibt“?

Themen u.a.:

  • Etablierte standardisierte Testverfahren und was sie im Sinne einer Könnensanalyse aussagen (HSP, ELFE, SLRT)
  • Informelle Diagnostik: Wie kann ich über die standardisierte Diagnostik hinaus Einblicke in die fachliche und lernpsychologische Situation betroffener Kinder gewinnen?
  • Durchforschung des individuellen Lernverhaltens: Was kann mich bewegen, etwas (noch einmal) zu lernen, was möglicherweise mit frustrierenden Lernerfahrungen verbunden ist?
  • Aspekte einer motivierenden, aktiven Lerngestaltung
  • Konkrete Möglichkeiten, lerntherapeutische Prozesse im Sinne einer positiven Unterschiedsbildung zu bereits aufgebauten negativen Lernerfahrungen zu gestalten.

Lernmethoden:

In diesem Seminar steht das „Durchforschen“ sowohl auf der fachlichen, als auch auf der lernpsychologischen Ebene im Vordergrund. Das Seminar gibt Anregungen und Raum, auf dieser Grundlage Kriterien zur individuellen Förderung zu entwickeln und konkrete Möglichkeiten praxisnah auszuprobieren.

Zielgruppe:

Das Seminar richtet sich an Menschen, die Kinder und Jugendliche mit einer LRS individuell auf der fachlichen und lernpsychologischen Ebene begleiten. Im Sinne eines aktiven Lernprozesses begrenzen wir die Gruppengröße auf 14 TN, wir vergeben die Plätze in der Reihenfolge der Anmeldungen.

Kosten: € 256,-