Henne oder Ei?- Möglichkeiten und Grenzen der Lerntherapie

25.11.2017 (Samstag 9.30- 17.45 Uhr; 9 Ustd.)

Margit Widmann

Übersicht

Die integrative Lerntherapie unterscheidet sich von anderen (rein fachlich ausgerichteten) Maßnahmen wie Nachhilfe oder Förderunterricht dadurch, dass sie sich Kindern und Jugendlichen widmet, deren Lernerfahrungen - verursacht von Lese- Rechtschreib- und/ oder einer Rechenschwäche -, sich zunehmend beeinträchtigend auf ihre Selbstwahrnehmung als erfolgreich Lernende auswirken.

Die Folgen dieser Selbstzweifel können viele "Gesichter" haben:

Sie reichen von psychosomatischen Beschwerden wie Übelkeit, Kopf- und Bauchschmerzen über aggressives/ oppositionelles Verhalten bis hin zu völliger Verweigerung oder sozialem Rückzug.

Grundsätzlich soll der Erwerb der Kulturtechniken aber sicherstellen, dass Menschen sich im Sinne ihrer Selbstverwirklichung entfalten können. Deswegen widmet sich die Lerntherapie dem individuellen fachlichen Kompetenzzuwachs im Schulterschluss mit dem (Wieder-) Aufbau einer ressourcevollen Lernpersönlichkeit.

Oft ist die Situation der Kinder und Jugendlichen allerdings in der Praxis nicht so "geordnet": Immer wieder wenden sich Familien an uns, deren Kinder noch weitere Diagnosen "mitbringen", häufig z.B. ein diagnostiziertes ADHS.

Nicht nur in diesen Fällen stellt sich die Frage , inwiefern eine lerntherapeutische Zuständigkeit gegeben ist bzw. was eine "doppelte Diagnose" für den lerntherapeutischen Prozess bedeutet.

Manchmal entwickeln sich Prozesse auch in einer Weise, dass wir befürchten, eine andere Ursache könnte hinter der stagnierenden oder sich weiter verschlechternden Lernsituation liegen, z.B. eine psychische Erkrankung.

Dieses Seminar gibt eine Übersicht über psychische Störungsbilder im Kindes- und Jugendalter und deren Symptome. Auf dieser Grundlage werden dialogische Möglichkeiten vorgestellt und ausprobiert, wie wir mit allen Beteilgten dieses sensible Thema ansprechen und beleuchten können.

Themen u.a.:

Die "klassischen" psychischen Störungsbilder im Kindes- und Jugendalter im Überblick

Kriterien zur Reflexion des lerntherapeutischen Prozesses

Dialogische Möglichkeiten als Weichensteller im Prozess

Wie bleibe ich in empathischer Distanz? - Der Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid

...

Lernmethoden:

In Form von kleinen Elementen der Selbsterfahrung lädt das Seminar ein, Berührungsängste mit dem Thema abzubauen. Praxisnah werden Kommunikationswege zum Austausch mit allen Beteiligten - natürlich auch mit dem Kind/ dem Jugendlichen selbst - ausprobiert. Dabei können konkrete Fälle aus Ihrer Praxis miteinfließen.

Zielgruppe:

Das Seminar richtet sich an Menschen, die im lerntherapeutischen Kontext arbeiten. Im Sinne eines aktiven Arbeitsprozesses begrenzen wir die Gruppengröße auf 14 TN, wir vergeben die Plätze in der Reihenfolge der Anmeldungen.

Kosten: € 144,-