Sprache als Schlüssel in einen dialogischen Förderprozess:

Vom Leistungsergebnis zum Lernerlebnis                                                                                                                                                                                             

03./04.11.2018 (Samstag 10.00- 17.30, Sonntag 9.30- 17.00 Uhr; 16 Ustd.)

Margit Widmann

 

Übersicht

Im deutschen Bildungssystem werden sowohl der Lernprozess als auch die Leistungsergebnisse von Tests und Arbeiten in Form von Noten bewertet. Der Lernprozess fließt z.B. in Form von bewerteter Beteiligung am Unterricht und dem zuverlässigen Anfertigen von Hausaufgaben mit ein. Dabei werden die fachlichen Inhalte, die im Lehrplan festgelegt sind, und auch die individuellen Leistungsansprüche der jeweiligen Schulen durch die Benotung der Leistungsergebnisse "gefeedbackt".

Von Kindern und Jugendlichen mit einer Lese- Rechtschreib- und/ oder Rechenschwäche werden Noten oft als Maß ihres erfolgreichen Lernens gesehen und das hat Folgen:

Da das Maß des individuellen Lernfortschritts NICHT mit der schulischen Bewertung gleichzusetzen ist, bedeutet für Kinder und Jugendliche eine "bleibende" schlechte Note: Trotz aller Anstrengung hat sich nichts verändert...

Wozu sollte man sich denn weiter wesentlich mehr anstrengen als die anderen, wenn es keinen Erfolg zeigt?

Diese und ähnliche Erfahrungen können dazu führen, dass manche Kinder nicht nur im betroffenen Bereich, sondern darüber hinaus auch in anderen Lernbereichen nicht nur die Motivation verlieren, sondern stattdessen erhebliche Selbstzweifel an ihrer grundsätzlichen Lernfähigkeit aufbauen.

Die Ergebnisorientiertheit vieler Lernprozesse spiegelt sich auch in der Sprache wider: "Ist das richtig?", ist z.B. eine "klassische" Frage der Kinder und Jugendlichen, die ihre Ausrichtung auf das Ergebnis auch in der Lerntherapie sichtbar macht.

Dieses Seminar beschäftigt sich mit der Sprache als Weichensteller, den Lernprozess als selbstbereicherndes Lernerlebnis (wieder) in den Vordergrund zu stellen.

Themen u.a.:

Das Kommunikationsquadrat (Friedemann Schulz von Thun) in der Praxis - bewusst mit verschiedenen Ohren hören und mit verschiedenen Zungen sprechen

Prozessorientierte Sprache - Einladungen zu erlebter Selbstwirksamkeit

Beobachten , beschreiben und deuten: der respektvolle und transparente Dialog

Von kleinen Worten mit großer Wirkung...

"Ein frisches Lob zur rechten Zeit, das kostet nichts und bringt doch weit." - Möglichkeiten des anerkennenden Feedbacks

...

Lernmethoden:

Das Seminar bietet einen Rahmen, die eigenen sprachlichen Möglichkeiten und deren Wirkung zu reflektieren und somit auch bewusst einsetzbar zu machen. Praxisnah wird im Seminar eine Bandbreite sprachlicher Mittel vorgestellt und "ausprobiert".

Zielgruppe:

Das Seminar richtet sich an Menschen, die ihre Kommunikationskompetenzen in individuellen Förderprozessen mit Kindern und Jugendlichen auf-, ausbauen und vertiefen möchten. Im Sinne eines aktiven Arbeitsprozesses begrenzen wir die Gruppengröße auf 14 TN, wir vergeben die Plätze in der Reihenfolge der Anmeldungen.

Kosten: € 256,-